Geschichte der Hülser Kirchengemeinde

Die Ursprünge der Hülser Kirchengemeinde sind quellenmäßig nicht belegt. Der Pfarrpatron, der römische Diakon Cyriakus, wurde im Jahre 304 unter der Verfolgung des römischen Kaisers Diokletian ermordet. Im Erzbistum Köln fand der Cyriakus-Kult etwa seit dem 10. Jahrhundert eine stärkere Verbreitung, so dass man dieses 10. Jahrhundert als frühesten Zeitpunkt für eine Kirchengründung in Hüls ansetzen kann. Es existierte wahrscheinlich eine kleine Kapelle, die den Burgbewohnern damals genügte. Diese Burgkapelle war eine Tochterkirche von Kempen. Sie gehörte zum Dekanat Süchteln und das Recht zur Investitur lag beim Propst des Archidiakonats Xanten.

Ein erster schriftlicher Hinweis auf die Existenz einer Kapelle findet sich im Jahre 1188, als der Kölner Erzbischof Philipp von Heinsberg festlegte, dass der erzbischöfliche Ministerial, Johannes de Hulse und dessen Gattin, eine Schenkung vorgenommen habe, worunter auch Kapellen fielen. Diese Urkunde belegte, dass Hüls Eigentum der Herren von Hüls war.

Es ist nicht mehr festzustellen, wann die Hülser Kapelle zu größerer Eigenständigkeit gelangt ist. In einer Urkunde aus dem Jahre 1225 wird ein Priester Rudolphus sacerdos de Hulse erwähnt, jedoch ist nicht festzustellen, welche Tätigkeit als Geistlicher er ausführte. Gesichert ist jedoch das Jahr 1337. In einer Urkunde wird berichtet, dass eine Kirche in Hüls existiert. Im 15. Jahrhundert hat es dann Erweiterungen oder einen Neubau der Kirche gegeben. Für den 4. April 1434 ist die Einweihung einer Hülser Kirche belegt, die von Weihbischof Wilhelm aus Köln vorgenommen wurde. Im Jahre 1483 wurde der Glockenturm errichtet. Starke Unwetter führten 1496 dazu, dass die Kirche größere Beschädigungen erfuhr, die mit tatkräftiger Unterstützung der Herren von Hüls in den folgenden Jahren wieder behoben werden konnten. Am 17. Januar 1583 fielen beim truchsessischen Krieg die Kirche und der Turm einem Brand zum Opfer. Ein erneuter Wiederaufbau war nötig, als am 04.08.1636 der Turm einstürzte.

Diese alte Pfarrkirche stand dann bis zum Jahre 1867. In diesem Jahr wurde sie abgerissen, um an gleicher Stelle eine neue, größere Pfarrkirche zu errichten.

Neue Pfarrkirche St. Cyriakus

Im 19. Jahrhundert gab es ein schnelles Anwachsen der Hülser Bevölkerung. Die Pfarrkirche war dadurch beim sonntäglichen Gottesdienst stets überfüllt. Um diesen Zustand zu verbessern, gab es ab 1841 konkrete Überlegungen, die Kirche zu erweitern. Schließlich entschied man sich, die alte Kirche abzureißen und an gleicher Stelle eine neue Kirche zu errichten. Der Kölner Architekt Heinrich Wiethase (1833-1893) hat in enger Zusammenarbeit mit dem damaligen Pfarrer Heinrich Bartels eine neue Kirche gebaut. Im Jahre 1870 konnte nach 5 1/2jähriger Bauzeit an Weihnachten die Kirche erstmals in Betrieb genommen werden. Die Konsekration erfolgte auf Grund des Kulturkampfes erst im Jahr 1875 durch Bischof Johann Bernhard Brinkmann aus Münster.

Die weitere Ausstattung der neuen Pfarrkirche konnte in den folgenden Jahren durchgeführt werden. Der Hochaltar wurde im Jahr 1882 fertig gestellt; danach folgten Marien- und Josefsaltar. Ebenso wurden ab 1888 die Kirchenfenster gestaltet. In den Jahren 1902/1903 wurde die Ausmalung der Pfarrkirche vorgenommen. 1913 entschloss man sich, die Orgel an der Nordseite zu installieren, wobei dazu drei Fenster zugemauert werden mussten.

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde im Jahre 1955 eine umfangreiche Innensanierung der Pfarrkirche erforderlich. Bei dieser Innensanierung wurden aus der alten Orgel acht Register herausgenommen und auf der neu errichteten südlichen Orgelempore als Chororgel installiert.

Nach über 30 Jahren wurden zwecks Erhaltung der Pfarrkirche weitere Instandhaltungsmaßnahmen erforderlich, so dass ab 1987 eine umfangreiche Renovierung und Restaurierung der Pfarrkirche im Außen- sowie im Innenbereich veranlasst wurde. Nach der Sanierung der Südseite, des Turmes und des Kirchturmhelmes erfolgte im Jahre 1992/1993 die Innensanierung. 19 Monate lang war die Pfarrgemeinde bei den Gottesdiensten Gast der evangelischen Schwestergemeinde in Hüls. In dieser Zeit wurde die Ausmalung der Pfarrkirche nach alten Befunden wieder hergestellt. Bei dieser Innensanierung wurde im Hauptportal eine Empore für die neue Orgel errichtet, die dann im Jahre 1999 unter Wiederverwendung des alten historischen Prospektes aus dem Jahre 1783 errichtet wurde.

Die Pfarrkirche ist außerhalb der Gottesdienste werktags in den Sommermonaten von 15.00 Uhr bis 17.00 Uhr zum Gebet und zur Besichtigung geöffnet.

Herzlich sind Sie eingeladen, unsere Pfarrkirche zu besuchen.